Die Kirche der Armen und die Globalisierung (3/2015)

Die Kirche der Armen und die Globalisierung

Pilario, Daniel Franklin | Cahill, Lisa Sowle | Bingemer, Maria Clara | Nadar, Sarojini

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Die Kirche der Armen und die Globalisierung

Love, Maryann Cusimano

Papst Franziskus ermahnt uns alle, den Menschen mehr Bedeutung zuzumessen als dem Profit. In diesem Beitrag geht es um das Verhältnis von Globalisierung und Armut. Ist die Globalisierung gut für die Armen? Ist sie fair? Können wir die Globalisierung in Übereinstimmung mit der christlichen Ethik steuern? Die Globalisierung hat manchen Menschen Wohlstand gebracht (Indien, China), während andere davon ausgeschlossen werden (Subsahara-Afrika, Frauen) und keinen Zugang zum verteilten Wohlstand haben. Der Kapitalfluss genießt Schutz, Menschen dagegen nicht. Wenn die Globalisierung in stärkerem Maße ethisch gesteuert werden soll, ist dafür ein neuer institutioneller Pluralismus nötig, zu dem auch alte, vorstaatliche Akteure gehören. Jesus von Nazaret war ein institutioneller Pluralist. Wir sind Nachfolgende in einer schnelleren, stärker verflochtenen Welt.

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Die Option für die Armen und das Lehramt

de Andrade, Paulo Fernando Carneiro

Seit der historischen Radiobotschaft Papst Johannes’ XXIII. erfuhr die Frage einer armen Kirche für die Armen eine zunehmend breite Resonanz. Die Botschaft damals lautete: »Im Hinblick auf die unterentwickelten Länder stellt sich die Kirche so dar, wie sie ist und sein will: als die Kirche für alle und in besonderer Weise als die Kirche der Armen.« In diesem Artikel werden der Beitrag der Gruppe „Kirche für die Armen“ und Kardinal Lercaros Beitrag während des Konzils, die Entfaltung des Themas in Lateinamerika von Medellín bis Aparecida und der Einfluss der »Option für die Armen« auf Papst Johannes Paul II. analysiert.

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Der Weg, der vor uns liegt

Mesters,Carlos | Orofino, Francisco

Dieser Beitrag möchte die neuen Paradigmen der Bibellektüre durch das Volk in Lateinamerika darstellen, indem er den in den letzten fünfzig Jahren zurückgelegten Weg analysiert. Er hebt die unterschiedlichen Herausforderungen hervor, die sich aus der lateinamerikanischen Wirklichkeit ergeben, und stellt heraus, wie diese Herausforderungen die Methode der Bibellektüre durch das Volk beeinflussen.

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Nach der Befreiung Südafrikas fordern die Armen ihre Würde ein

West,Gerald

In diesem Beitrag geht es um die Rolle der Würde in Südafrika zwanzig Jahre nach der politischen Befreiung des Landes. Dazu wird die Abahlali baseMjondolo-Bewegung genauer untersucht, eine Bewegung von Obdachlosen. Der Verfasser untersucht die sozio-ökonomischen und theologischen Dimensionen der Würde ebenso wie die Rolle der gesellschaftlich engagierten Bibelwissenschaftler, die wichtige Erkenntnisse liefern, damit die Schlagkraft der Prophetie im Aufstand für die Würde in der Bibel wiederentdeckt werden kann. Im Artikel wird auch festgehalten: »Das Ethos, das die Gemeinden Jesu untereinander verband, war nicht ethnisch, sondern sozio-ökonomisch geprägt.« Diese Erkenntnis ist für den Kampf der Armen in Südafrika von großer Bedeutung.

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Die Früchte eines Bündnisses mit denen, die nicht zählen

Grieu,Étienne

Wenn die Kirchen sich von denen berühren lassen, die im Abseits bleiben, werden sie mit urtümlichen menschlichen und spirituellen Erfahrungen konfrontiert. Dann erkennen sie, dass sie im öffentlichen Raum auf eine Weise gegenwärtig werden, die nicht darin besteht, vor allem bestimmte Standpunkte zu verteidigen, sondern die bedeutet, sich von ungebetenen Mitspielern aus der Ruhe bringen zu lassen, von Menschen, auf die für gewöhnlich niemand hört. Die Kirchen sprechen, handeln, machen Vorschläge und lassen sich damit auf eine Arbeit ein, zu denen sie die Botschaft, die sie überbringen, drängt. Dies ist tatsächlich eine äußerst wirkmächtige Weise, einen Beitrag zur Verfolgung des Gemeinwohls zu leisten.

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Der Arme nach der Theologie der Befreiung

Sung, Jung Mo

In »Evangelii Gaudium« sagt Papst Franziskus, dass wir in einer Welt leben, die von Ausschließung, sozialer Ungleichheit und einer Globalisierung der Gleichgültigkeit angesichts der schwer-wiegenden sozialen Probleme gekennzeichnet ist. Er rückt diese Probleme in den Mittelpunkt der theologischen Reflexion und der Evangelisierung, wenn er sagt, dass diese Kultur das Ergebnis des »Götzendienstes des Geldes«, einer neuen Spielart der Anbetung des Goldenen Kalbes, sei. Der Beitrag zeigt, wie diese Kritik innerhalb der Theologie der Befreiung entfaltet worden ist, und er verweist auf die Bedeutung der theologischen Kritik der Ökonomie als einer Weise, einen Glauben zu leben, der nicht dem Götzendienst verfällt.

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Migranten und Kirche im Zeitalter der Globalisierung

Cruz, Gemma Tulud

Die Mobilität der Menschen ist in der Geschichte Asiens durchgängig von Bedeutung gewesen. Durch die Globalisierung allerdings ist es zu massiven Wanderungsbewegungen in Asien gekommen. Die Erfahrungen der Migranten sind ein umfangreiches und spannendes Thema für die Theologie. Dieser Beitrag ist den Erfahrungen schutzloser Migranten in Asien – und dabei vor allem ungelernter Arbeitskräfte – gewidmet sowie der Frage, wie die Kirche in Asien auf die Notlage dieser Menschen reagiert. Dabei wird die These vertreten, dass die Kirche im Kontext der Migration wahrhaftig zu einer Kirche der Armen wird, wenn den Worten auch Taten folgen und wenn die Veränderungen auch durch die Migranten selbst mitgestaltet werden.

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Der Bankrott des Drogenkriegs: eine dringende Einsicht

Pacheco, Ronilso

Dieser Artikel diskutiert ein für Lateinamerika sehr beunruhigendes Thema: die Grenzen des politischen Kampfes gegen die Drogen. Ziel des Artikels ist es, eine kritische Betrachtung solcher öffentlicher politischer Maßnahmen auf dem lateinamerikanischen Kontinent vorzunehmen, welche angeblich die Produktion, den Konsum mit Drogen und den Handel mit ihnen in den Griff bekommen sollen. Es soll gezeigt werden, inwieweit eine solche Politik mit Korruption, Gewalt und einer Kriminalisierung der Ärmsten der Gesellschaft einhergeht. Der Artikel möchte zur Diskussion des Themas beitragen und wird nach einer kurzen Analyse des Problems die komplexen Auswirkungen für den lateinamerikanischen Kontext betrachten, der von Armut, Ungleichheit und Volkaufständen geprägt ist.

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Ökologische und ethische Implikationen der Ressourcenpiraterie in Afrika

Kanyandago, Peter

Seit jeher nehmen Menschen anderen Menschen ohne deren Zustimmung die Ressourcen weg. Das bezeichne ich als »Poroipiraterie«. Die systematische und legale Poroipiraterie, an der Menschen mehrerer Länder und Kontinente beteiligt sind, lässt sich mit dem europäischen Entdeckungs- und Eroberungsgeist verbinden, zu dem die religiös legitimierte gewaltsame Plünderung von Ressourcen sowie die Versklavung von Menschen gehört. In jüngerer Zeit sind an der Poroipiraterie, die auch die Zerstörung der Umwelt und der Lebensgrundlagen der betroffenen Menschen mit sich bringt, auch Einheimische beteiligt gewesen.

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Arbeitslosigkeit in der ersten Welt: Die Situation in den USA

Himes, Kenneth

In unserer religiösen Tradition herrscht die Ansicht, dass Arbeit wichtig und Arbeitslosigkeit eine Tragödie ist. In den USA hat ein wachsender Teil der Gesamtbevölkerung keine Arbeit oder ist unterbeschäftigt. Seit der großen Rezession nach der Finanzkrise von 2007 befinden sich deutlich mehr Menschen in dieser Situation. Heute liegt die Vollbeschäftigung, die von der US-amerikanischen katholischen Bischofskonferenz 1985 in ihrem Hirtenbrief gefordert wurde, in weiter Ferne. In diesem Beitrag geht es vor allem um drei Aspekte der Arbeitslosigkeit: um Langzeitarbeitslosigkeit, den Druck auf die Löhne sowie die zunehmende Ungleichheit. Die Kirche muss für die Arbeitslosen sprechen und sich für sie einsetzen.

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