Gott und das Leiden (3/2016)

Gott und das Leiden

Susin, Luiz Carlos | Lefebvre, Solange | Pilario, Daniel Franklin | Irarrázaval, Diego

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Das Wüten und Weinen der Liebe

McCarroll, Pamela R.

Der Beitrag beginnt mit der Erzählung einer Frau, deren Ehemann José Eduardo López zweimal verschleppt und gefoltert wurde und schließlich zu den sogenannten „Verschwundenen“ in Honduras zählte. Diese Erzählung wird unter der Perspektive der Traumatheorie, der Theodizee und der einer Reihe theologischer Ansätze betrachtet, um die innere Landkarte des Leidens und der »Heiligen Möglichkeit« zu erkunden, wie man sie aus der menschlichen Erfahrung kennt.

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Über das Leiden

Tracy, David

In diesem Beitrag soll es um fünf zentrale Gegebenheiten des Leidens gehen: um seine Unausweichlichkeit, um seine Verknüpfung mit dem menschlichen Glück, um die Grundlage des Glücks in der Analogie, Eindeutigkeit oder Zweideutigkeit, um sein Verhältnis zu einem mitfühlenden Gott sowie um seine vielfältigen Ursachen. Die Frage nach dem Leiden ist mittlerweile wichtiger als die Frage nach dem Bösen. Das Kreuz als zentrales Symbol des Christentums stellt nicht nur einen Skandal dar, sondern weist auch auf einen verborgenen Gott hin, der auf das Böse und das Leid unter den Menschen reagiert

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Die Phasen des Leids

St-Arnaud, Guy-Robert

Aus psychoanalytischer Perspektive gehört das Begehren zu den körperlichen Empfindungen. Die Reflexion dieses Beitrags schließt sich dieser Sichtweise an. Sie wendet sich zunächst den Begriffen „Schmerz“ und „Leiden“ in Verbindung mit dem Begehren und der Sinnlichkeit zu, um sich dann auf die Welt der Bibel einzulassen.

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Die Manipulation des fremden Leidens

da Silva Moreira, Alberto

Dieser Artikel zeigt einige konkrete Formen des Leids auf, das Menschen vom Wirtschaftssystem, von Ideologien, von Konzernen, von den Medien und auch von den Kirchen und religiösen Einrichtungen angetan wird, und analysiert sie. Wie geht die kapitalistische Gesellschaft mit dem Leid der Menschen um, das sie selbst verursacht? Wie gehen diese gesellschaftlichen Protagonisten vor, um aus dem Leid der Menschen, das sie selbst erzeugen, Profit zu schlagen, es zu manipulieren und zu rechtfertigen? Der Autor analysiert die Begriffe der strukturellen Sünde und des Opfers: Leid und Übel werden in die Abläufe des Alltags eingebaut, sie breiten sich aus aufgrund von Gleichgültigkeit, Mangel an Sensibilität und Solidarität. Für Christen darf das einzige hinnehmbare Leid nur jenes sein, das man im Kampf gegen die konkreten Formen des Leids freiwillig auf sich nimmt.

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Das Leid im Buch Kohelet: »Auch das ist hével

da Silva, Cássio Murilo Dias

Dieser Beitrag geht systematisch der Frage nach dem Leid im Buch Kohelet nach. Ein Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten des Leids ermöglicht eine Systematisierung der Frage nach dem Leid bei Kohelet. Der Blickwinkel dieses biblischen Buches ist völlig von dem geprägt, was sein Autor hével, also Leere, sinnlose Illusion, nennt. Das menschliche Leid kann nicht durch eine simple Theologie der Vergeltung erklärt werden. Es kann überhaupt nicht erklärt werden. Das Leid hat keinen Sinn, denn das Leben selbst hat keinen Sinn. Angesichts dieser harten Erkenntnis bleibt Kohelet nur die Wahl, entweder deprimiert als das ewige Opfer des Schicksals zu leben oder das Leid als Bestandteil des menschlichen Daseins anzunehmen, dem man nicht entrinnen kann. Dieser Beitrag greift die Deutung auf, derzufolge Kohelet die Leser auffordert, sich nicht damit abzufinden und inmitten von Unglück und Ängsten ihren je eigenen Weg zu suchen ... denn auch das Leid ist hével.

Zum Artikel | hével!«, Ausgabe 3/2016">Artikel kostenpflichtig bestellen

Leiden und das Empowerment der Gnade Gottes

Nicdao, Victor S.

Der vorliegende Beitrag fragt nach dem Grund für die positive Einstellung, die Paulus ganz offensichtlich zu seiner Schwachheit und den daraus erwachsenden Leiden gefunden hat. Er rühmt sich seiner Schwächen nicht nur – er erfreut sich ihrer, ja, er versteigt sich sogar zu der paradoxen Aussage: »Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.« Der Beitrag vertritt die Auffassung, dass der Schlüssel zum Verständnis der paradoxen Beziehung zwischen Kraft und Schwachheit in diesem existentiellen Pauluswort wie auch zum Verständnis seiner Resilienz angesichts der vielen Leiden, die er erdulden musste, in der Zusicherung der dynamischen Gnade Christi zu finden ist. Durch die göttliche Antwort auf sein Gebet – die einzige Stelle in der gesamten paulinischen Literatur, die eine Oratio recta des auferstandenen Christus verzeichnet – lernt Paulus, dass das Empowerment der Gnade Christi auch in Zeiten der Schwäche gegenwärtig und wirksam bleibt.

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Das Leiden Gottes in einigen zeitgenössischen Theologien

Bingemer, Maria Clara

Der vorliegende Beitrag fragt nach dem Grund für die positive Einstellung, die Paulus ganz offensichtlich zu seiner Schwachheit und den daraus erwachsenden Leiden gefunden hat. Er rühmt sich seiner Schwächen nicht nur – er erfreut sich ihrer, ja, er versteigt sich sogar zu der paradoxen Aussage: »Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.« Der Beitrag vertritt die Auffassung, dass der Schlüssel zum Verständnis der paradoxen Beziehung zwischen Kraft und Schwachheit in diesem existentiellen Pauluswort wie auch zum Verständnis seiner Resilienz angesichts der vielen Leiden, die er erdulden musste, in der Zusicherung der dynamischen Gnade Christi zu finden ist. Durch die göttliche Antwort auf sein Gebet – die einzige Stelle in der gesamten paulinischen Literatur, die eine Oratio recta des auferstandenen Christus verzeichnet – lernt Paulus, dass das Empowerment der Gnade Christi auch in Zeiten der Schwäche gegenwärtig und wirksam bleibt.

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Die Theodizee neu denken

Queiruga, Andrés Torres

Das Leid stellt die Humanität infrage und fordert die Religion heraus: In der Moderne wurde es zum »Felsen des Atheismus« und ließ die Theodizee entstehen. Doch sowohl der Atheismus als auch die Theodizee gingen unkritisch von der vormodernen Voraussetzung einer Welt ohne Übel aus. Das führte sowohl aufseiten der atheistischen Anklage als auch aufseiten der traditionellen Theodizee zu Inkonsequenzen. Wenn man mit dieser Voraussetzung bricht, dann wird es möglich, die kulturelle Kohärenz wiederherzustellen und eine Theodizee auszuarbeiten, die dem Herzstück der biblischen Botschaft wieder gerecht wird: der endgültigen Hoffnung angesichts des Leids. Gott als dem Gegner des Übels.

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Rätsel der Freiheit

Vila-Chã, João J.

Dieser Beitrag nimmt das Denken Luigi Pareysons, eines bedeutenden italienischen Denkers des 20. Jahrhunderts, zum Ausgangspunkt und zeigt einige Hauptlinien für eine hermeneutische Reflexion der menschlich-göttlichen Dimension der Freiheit im Sinne eines theo-anthropologischen Verständnisses der menschlichen Wirklichkeit auf der Grundlage der notwendigen Integration der Erfahrung Gottes einerseits und der Erfahrung des Leids und des Übels andererseits auf. Er geht dabei stark auf die »kühne Redeweise« Pareysons ein und schlägt die Entwicklung einer Hermeneutik des Denkens auf der Grundlage des Prinzips vor, dass in letzter Instanz die ontologische Würde des Menschen untrennbar mit der Anerkenntnis der radikalen Nähe zwischen der »geistlichen Geburt« im Tiefsten des menschlichen Subjekts und der »ewigen Geburt« des Seins selbst oder des Lebens Gottes verbunden ist.

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Gott, wo bist du?

Nadeau, Jean-Guy

Menschen, die leiden und an der Güte oder Liebe Gottes zweifeln, finden nur wenige Orte, an denen sie von ihrem Schmerz sprechen können. Sehr viele von ihnen schlagen sich herum mit widersprüchlichen Gottesbildern und haben das Gefühl, dass Gott weniger auf ihrer Seite als auf Seiten derer stehe, die ihnen Böses taten. Sehr viele empfinden Gott gegenüber Zorn oder ein Gefühl der Verlassenheit. Andere machen in ihrem Herzen und ihrer Seele die Erfahrung des Todes Gottes. Allzu viele Gläubige fühlen sich allein gelassen mit ihren Fragen und Zweifeln, ja von ihnen bedroht, ohne zu wissen, dass die Gottesfrage im Blick auf das Leiden und das Böse die Theologie schon immer bedrängt hat. Die Seelsorge für diese Menschen ist ein privilegierter Ort, an dem sie ihre Dramen mit Gott zur Sprache bringen und leben können, ja an dem sie ihre Trauer um den rettenden Gott, den sie nicht wirklich als solchen erfahren haben, aufarbeiten können.

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