Kirche der Zukunft (4/2018)

Kirche der Zukunft

Courau, Thierry-Marie | Knauss, Stefanie | Galavotti, Enrico

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Vom Mut, die Zukunft der Kirche vorwegzunehmen

Theobald, Christoph

Der Beitrag widmet sich der Frage nach der Gestalt der Kirche der Zukunft, indem er einen Weg mit Kreuzungspunkten aufzeigt und indem er, auf der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils, einen Prozess der kirchlichen Bekehrung in vier Etappen skizziert. Dies ermöglicht die Heraufkunft der Kirche von morgen, deren Hauptakteur der Heilige Geist ist. Vier theologische Kriterien werden herausgestellt: 1) das Kriterium der Pastoralität; 2) das Kriterium der »evangeliumsgemäßen Reform«; 3) das ökumenische und missionarische Kriterium, und 4) das Kriterium der »charismatischen und hierarchischen Gaben«, das durch die Erfahrung des synodalen Hörens auf den »Glaubenssinn der Gläubigen« (sensus fidelium) einen neuen Bezugsrahmen erhält.

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Die Kirche der Zukunft: Historische und soziologische Ausblicke

Faggioli, Massimo

Der Artikel versucht, einige für die Zukunft der Kirche wichtige Tendenzen zu analysieren. Dabei geht er aus von Wegrichtungen, die das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet und die neuerdings von Papst Franziskus wieder aufgenommen wurden. Obwohl es je nach örtlichen Verhältnissen unterschiedliche Probleme gibt, betreffen etliche Fragen die gesamte Weltkirche: die Frage nach einem Konzept für die Führung der Kirche, die nicht ausschließlich ordinierten Amtsträgern vorbehalten ist; eine Sicht der Amtsführung in der Kirche, die als Dienst zu verstehen ist; die Rolle der Frauen in der kirchlichen Gemeinschaft. Die letzten Jahre haben zwei gegensätzliche Stoßrichtungen deutlich sichtbar gemacht: Eine tatsächliche Globalisierung der Kirche und gleichzeitig eine innerhalb der Kirche durch die Globalisierung ausgelöste nicht nur religiöse Krise in Gestalt der Rückkehr zu Phänomenen neotraditionalistischer Reaktion, und zwar nicht nur im Bereich der Liturgie. Diese Phänomene unterzubewerten und als vorübergehende Symptome zu betrachten, die schon bald wieder verschwinden, wäre unangemessen.

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Globale Herausforderungen für die Kirche der Zukunft

Cornelio, Jayeel

Dieser Artikel dreht sich aus religionssoziologischer Sicht um die globalen Herausforderungen, die für die Kirche in Zukunft eine Rolle spielen werden. Im ersten Teil geht er den verschiedenen Facetten der Kirche als globales Phänomen nach. Die verbreitete Ansicht, dass die Kirche sich in den globalen Süden verlagert, erfährt hierbei eine Differenzierung. Der zweite Teil nimmt zwei Problemfelder näher in den Blick: die Veränderungen von Generation zu Generation und die globale Ungleichheit. Natürlich können diese Probleme nicht erschöpfend behandelt werden, doch kann die Betrachtung einige Präzisierungen zur Frage beisteuern, was auf globaler Ebene auf dem Spiel steht. Die Gestalt der künftigen Kirche wird davon abhängen, wie sie auf diese Alltagsprobleme antwortet, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden.

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Die »angespannte« Situation der gegenwärtigen Kirche

Azcuy, Virginia R.

Die Perspektive der »praktischen Ekklesiologie« kann sich als nützlich erweisen, um ein Bild von der Kirche der Zukunft ausgehend von der real existierenden Kirche, die wir sind, heilig und Sünderin zugleich, zu entwerfen. Aufgrund ihrer historischen Bedingtheit befindet sich die kirchliche Gemeinschaft in einer Situation der »Spannung« zwischen ihrer konkreten und zuweilen widersprüchlichen Wirklichkeit und der Hoffnung, die ihren eigenen Sehnsüchten nach Reform entspringt. Der Aufruf zum Leben in Fülle erfordert die Demut, sich dem Scheitern und der Begrenzung zu stellen. Ein praktisch-theologischer Blick auf die Kirche könnte sich mit vier zentralen Herausforderungen verbinden: der mangelnden Glaubwürdigkeit, der klerikalen Verzerrung, der maskulinen Schieflage und der spirituellen Verweltlichung. Es geht darum, einige zentrale Fragen in den Blick zu nehmen, die bedacht werden müssen, um klar zu formulieren, welche Kirche wir wollen.

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Die Kirche der Zukunft in Afrika

Ilo, Stan Chu

Dieser Artikel betrachtet, wie die Kirche der Zukunft in Afrika im Licht der missionarischen Reform der katholischen Ekklesiologie von Papst Franziskus aussehen könnte. Er ergründet auch, wie der Weltkatholizismus in einer solchen Zukunft aussehen wird, in der afrikanische Katholiken und afrikanische Kirchen eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Identität und die Aufgabe der Weltkirche mitzugestalten. Unter Berücksichtigung der illuminativen Ekklesiologie von Papst Franziskus betrachtet dieser Artikel die aktuellen Herausforderungen und Besonderheiten der Kirche in Afrika. Er schließt damit, eine theologische Grundlage in Form eines Fahrplanes für die Kirche in Afrika zu legen. Eine solche Kirche wird ein Vermittler dafür sein, den nicht hinnehmbaren Lauf der Geschichte dieses Kontinents umzukehren, indem sie eine Kirche der Armen und der Barmherzigkeit ist, die sich gänzlich dafür einsetzt, die Früchte der eschatologischen Herrschaft Gottes in Afrika und der ganzen Welt herbeizuführen.

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Einbildungskraft und Fantasie

Treek Nilsson, Mike van

Dieser Beitrag tritt auf der Grundlage der Heiligen Schrift für eine notwendige und radikale Reform der Kirche ein (insbesondere, was die Bibelarbeit betrifft). Das Wort ist »dem Leben nützlich«, da es die symbolische Einbildungskraft nährt. Oftmals werden sakrale Texte in fundamentalistischer Weise gelesen, und es mangelt an literarischen Kriterien sowie an einem humanistischen Zugang. In der heutigen Welt umfasst Literatur unterschiedliche Auffassungen von der Wirklichkeit, und auch die Bibelarbeit betont Pluralität. Worauf es ankommt, ist ein emanzipatorisches und plurales Verständnis der Wirklichkeit. Aufgrund von Begegnungen mit dem »anderen« führt ein solches Verständnis zu einer Erfahrung Gottes, die nicht selbstbezogen ist. Dieser Beitrag bietet Kriterien für Veränderungen in Kirche und Gesellschaft und dafür an, die Bibel in humanistische Forschungen mit einzubeziehen.

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Welche Strukturen braucht eine Kirche im Reformprozess?

Noceti, Serena

Die Anstrengung, sich eine Kirche der Zukunft vorzustellen, muss unbedingt die Grenze durchbrechen, sich in eine bestimmte historische Periode einzufügen, geprägt durch die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils, ein Prozess, der weit von seinem Abschluss entfernt ist. Das Zweite Vatikanische Konzil hat deutlich gemacht, dass die Kirche der Zukunft nicht einfach die Wiederherstellung eines historisch veralteten Modells wie dasjenige des Konzils von Trient ist, sondern sie muss auf einer globalen Erneuerung basieren, fähig, sowohl den Eurozentrismus zu überwinden, der die letzten Jahrhunderte ihrer Geschichte prägte, wie auch die Barriere zwischen Klerus und Laikat zu überwinden, um das ganze Volk Gottes in diesen Transformationsprozess einzubeziehen. Die Ermahnung von Papst Franziskus in Evangelii gaudium hat wichtige Anstöße für die Reflexion geliefert, um diesen Transformationsprozess auf den Weg zu bringen. Nötig ist, die Rolle der Ortskirchen tiefgreifend zu überdenken und das Patrimonium der Kulturen und Traditionen aufzuwerten, das zu lange einer nivellierenden Zentralisierung geopfert wurde; und es ist notwendig, auch geregelte synodale Strukturen zu fördern, um eine wirksame Beteiligung aller Getauften an der Entscheidungsfindung zu gewährleisten, die das Leben der christlichen Gemeinden leiten.

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Die Kirche und die digitale Kultur

Zsupan-Jerome, Daniella

Dieser Aufsatz thematisiert die digitale Kultur und tritt dafür ein, dass die Kirche in diesem Kontext eine proaktive Rolle spielt. Insbesondere sollte sie dabei drei kritische soziokulturelle Entwicklungen in den digitalen Kommunikationstechnologien im Auge behalten: den Umgang mit der Wahrhaftigkeit, das Potenzial für authentische Begegnungen und den Wandel in der Vorstellung von Autorität. Hinsichtlich dieser drei Entwicklungen wird vor allem das Wirken des Heiligen Geistes betont: Es hat für die Kirche sowohl konstitutive als auch transformative Bedeutung. Deshalb schlägt die Autorin vor, die Kirche der Zukunft auf pneumatologischen Fundamenten zu errichten, die ein prophetisches und proaktives Zeugnis in der digitalen Kultur ermöglichen.

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