Christentum und indigene Völker (4/2019)

Spiritualität der Aborigines: Ein Zeugnis aus Australien

Balcombe,Sherry

Indigene Völker auf der ganzen Welt teilen eine relationale Spiritualität, die tief mit der Erde und der gesamten Schöpfung verbunden ist, einschließlich Bäumen, Bergen, Tieren und Pflanzen. Dieser Artikel reflektiert diese angestammte Spiritualität und ihre Bedeutung für das Überleben und den Widerstand der Aborigines im heutigen Australien sowie ihren Beitrag zu ihrem katholischen Glauben und ihrer Praxis.

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Spiritueller Widerstand der indigenen Völker

Loeza,Atilano A. Ceballos

Den Rahmen des Beitrags bilden mehrere Riten verschiedener einheimischer Völker, die das Prinzip und Fundament der auf der Grundlage der Andersheit fußenden indigenen Spiritualität darstellen. Sowohl der Mensch als auch die Natur sind »der Andere« und damit Ausdruck der Gottheit. Die Wahrnehmung des »Anderen« impliziert, dass man Verantwortung für die Verteidigung der Rechte von Mutter Erde und für die Verwundbarsten übernimmt. Der indigene spirituelle Widerstand richtet sich gegen die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit und Gegenwart, die an den einheimischen Nationen und am gemeinsamen Haus verübt werden.

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Der »Maya-Altar« als theologische und interreligiöse Erfahrung

Bac,Ernestina López

Der Maya-Altar entspringt der gemeinschaftlichen Erfahrung und der Erfahrung Gottes als Familie. Am Maya-Altar, der auch unter der Bezeichnung »die vier Wege« bekannt ist, teilzuhaben, hat zur Folge, dass man sich für die Gleichheit, die Gerechtigkeit, die Gemeinschaft in Harmonie mit den Menschen und der Schöpfung engagiert. Der Maya-Altar als eine interreligiöse Erfahrung nimmt in sich die indigene und die christliche Spiritualität auf. Dieser Altar spielt eine wichtige Rolle bei den Treffen der Indianischen Theologie, durch welche die indigenen Gemeinschaften ihre spirituelle, theologische und praktische Erfahrung stärken.

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Die Bibel in andinen Entkolonialisierungs- und Interkulturalitätsprozessen

Quispe,Sofía Chipana

Als menschliche Gemeinschaft leben wir in einer Zeit eindringlicher Appelle, uns wieder neu mit den heiligen Quellen des Lebens zu verbinden, die uns wie ein roter Faden im Geflecht des Lebens verorten: einem Geflecht, in dem wir uns in unserer Verschiedenheit anerkennen müssen, um die kulturelle und religiöse Hegemonie zu überwinden, die sich seit der Kolonialisierung im Lauf der Geschichte in Abya Yala durchgesetzt hat. Deshalb wird es für das dialogische Christentum gesund und heilsam sein, die Bibel nicht als das einzige und exklusive Gotteswort zu postulieren, sondern auch in anderen Texten, Worten, Geweben, Gesängen, Erinnerungen, Erzählungen und Tänzen die ganze Fülle der vielfältigen Sprachen des Lebensmysteriums zu erkennen, das in den Völkern, die mit der Welt ihrer Ahnen verbunden sind und dieser ihr Sein und Dasein verdanken, auf je unterschiedliche Weise empfunden und benannt wird.

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Die Kirche und die indigenen Völker Kanadas

Lafond,Harry

Harry Lafond, der ehemalige Häuptling der Indianer vom Muskeg-See in Saskatchewan ist seit den 1990er-Jahren eine vernehmbare Stimme in der katholischen Kirche Kanadas und darüber hinaus. Der erste Teil des Artikels fasst seine wegweisende Rede »Die Kirche und die indigenen Völker Kanadas« zusammen, die er am 26. November 1997 auf der Bischofssynode für Amerika im Vatikan hielt. Darauf aufbauend findet sich im zweiten Teil die bearbeitete Niederschrift eines Gesprächs, das Harry Lafond mit Michel Andraos, einem der Herausgeber dieser Ausgabe von CONCILIUM, am 17. und 18. November 2017 im Anishinaabe Spiritual Center, Anderson Lake, Ontario, Kanada, geführt hat.

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Von der Zerbrochenheit zur Ganzheit

Magesa,Laurenti

Die missionarische Evangelisierung Afrikas war im 19. Jahrhundert in den europäischen Ethnozentrismus eingebettet. Die schädlichen Auswirkungen dieses entstellten Paradigmas auf das afrikanische Christentum sind immer noch zu spüren. Das Christentum Afrikas bleibt wurzellos aufgrund der völligen Zurückweisung des Beitrags der afrikanischen kulturellen Werte in der Verkündigung des Evangeliums, und daher leiden afrikanische Christen und Christinnen unter dem Verlust ihrer eigenen Identität, wenn sie ihren Glauben leben. Die Herausforderung für die Kirche besteht darin, diese Werte durch einen Prozess authentischer Inkulturation wiederzugewinnen, um das Christentum »wirklich christlich und wirklich afrikanisch« zu machen.

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Der von der indigenen Ethik bestimmte pädagogische Horizont

Morga,Alejandro Castillo

Der derzeitige Kontext lässt es erforderlich erscheinen, dass die im Lauf der Geschichte Ausgeschlossenen sich der Krise bewusst werden, mit der die Menschheit heute konfrontiert ist. Die vom modernen Kolonialsystem erzeugte Krise fordert, dass die Stimmen der anderen Traditionen in der öffentlichen Debatte mehr als bisher gehört werden, um so dafür zu sorgen, dass auf diesem Planeten gemeinsames Leben weiterbestehen kann. Die von der Ethik der Ureinwohner Mittelamerikas ausgehende Systemkritik will Vorschläge anbieten, wie die amerindischen Nationen eine Pädagogik entwickeln könnten, die sie befähigt, ihr Leben dadurch zu sichern, dass ihre Lebensgemeinschaften in das konkrete Ökosystem eines Territoriums integriert werden. Der Aktionsplan des Centro de Artes y Oficios zum Schutz der Völker der Ureinwohner Mexicos möchte eine Plattform sein, von der Impulse ausgehen für eine Erziehung zur Sensibilität und zur Denkweise dieser Völker.

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Die Sache der Indigenas als Kritik der »kolonialen Vernunft«

Suess,Paulo | Gomes,José Agnaldo

Die Frage der Indigenas in Brasilien betrifft keine Einzelfälle, die durch die jeweiligen Regierenden einer politischen Lösung zugeführt werden könnten. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine umfassende ethnisch-rassische Frage der Andersheit, die tiefgreifende politische Veränderungen auf der Grundlage einer grundsätzlichen Kritik der fortdauernden kolonialen Vernunft erfordert. Im Gegensatz zu dieser kolonialen Vernunft setzt die Vernunft des erfüllten Lebens für alle auf den Bruch mit dem aktuellen Wirtschaftssystem, das auf einem im geografischen Sinne endlichen Planeten auf ständiges Wachstum angewiesen ist. Die katholische Kirche weist auf die Notwendigkeit dieses Bruchs als eine Bedingung für das Überleben der Menschheit hin und führt im Oktober 2019 eine Synode für Amazonien durch. Deren Thema lautet: »Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie«. Die Synode verspricht, in prophetischer Weise an die Öffentlichkeit zu gehen, um »das Wirtschaftssystem, das tötet« zu bekämpfen, und will darüber hinaus »neue Wege« einer pastoralen Umkehr erschließen und auf der Suche nach ihrem »amazonischen Antlitz« den Grundstein für eine postkoloniale Kirche legen.

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Langfristige theologische und pastorale Aufgaben bei der Entkolonialisierung des Verhältnisses zu den indigenen Völkern

Andraos,Michel

Das Wissen um ihre gewalttätige Geschichte mit den indigenen Völkern zwingt die großen christlichen Kirchen, ihre Beziehungen zu diesen Völkern im globalen Maßstab radikal zu überdenken. Die Kirchen erkennen inzwischen ihre Fehler der Vergangenheit an, bitten für ihre gewalttätige Rolle bei der Kolonialisierung um Vergebung und setzen sich für Dialog, Entkolonialisierung und Versöhnung ein. Die Theologie hat zu diesem Prozess einen wichtigen Beitrag zu leisten. Bei der Suche der Kirchen nach neuen Wegen in die Zukunft wird die Entkolonialisierung eine langfristige und anspruchsvolle Aufgabe bleiben.

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Das Gebiet der indigenen Völker und ihre Verbindung zu Verarmung und Unfrieden

Gaspar,Karl M.

Die Kämpfe der Ureinwohner im Hochland von Bislig in Surigao del Sur, einer Provinz in Mindanao im Süden der Philippinen, geben der Ortskirche weiterhin Anlass zur Sorge. Die Gemeinden der Ureinwohner sind zu Schauplätzen für Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Stellen, Unternehmen und der indigenen Organisation geworden. Unter Anwendung des staatliche Gesetzes, das den indigenen Völkern die Rechte an ihrem Stammesgebiet einräumt, beschloss ihr Stammesrat, den Einstieg in den Kohlebergbau zu gestatten, eine lokale Rohstoffindustrie, die zuvor von einem großen Wirtschaftsunternehmen eingeführt wurde. Gleichzeitig wurden auf ihrem Land auch schnell wachsende Bäume gepflanzt, die als »Falcatta« bekannt sind. Besorgte Umweltfürsprecher haben die Gemeinden vor den langfristigen ökologischen Auswirkungen dieser Aktivitäten gewarnt, was dazu führte, dass einige Stammesführer sich Gedanken darüber gemacht haben, wie sie sich an den einkommensschaffenden Aktivitäten beteiligen können, ohne dabei ihre Umwelt zu zerstören. Die örtlichen kirchlichen Basisgemeinden der Pfarrei haben Interesse gezeigt, sie in ihren Kämpfen zu unterstützen, sind jedoch in ihrer Fähigkeit, Solidarität zu leisten, eingeschränkt. Dieser Artikel ist eine Fallstudie darüber, wie sich eine Ortskirche in die Solidaritätsarbeit mit indigenen Gemeinschaften einbringt.

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Autochthone Wissensformen von universaler Bedeutung

Irarrazaval,Diego

In Amerika leisten die Völker Widerstand und schaffen Alternativen, die scheinbar klein sind (wie im Falle der indigenen Gemeinschaften). Ich erörtere hier Erfolge und Grenzen dieser Theologien und entkolonisierenden Formen, sich hegemonialen Kategorien zu widersetzen. Die Widerstandsfähigkeit, die Fragen, die winzigen Beispiele autochthoner Völker und von Mestizen sind von Bedeutung für die Menschheit innerhalb ihres gemeinsamen Hauses. Es sind Weisheiten, die Grundorientierungen des Evangeliums und den Weg der Kirche wieder aufgreifen. Sie stellen Herausforderungen im städtischen und interkulturellen Mile dar, welche bei der Jugend den Anstoß zur Reflexion geben.

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»Christus selbst ist Indigena in den Gliedern seines Leibes«

Bustillos,Bernardeth Carmen Caero | Martínez, José Bartolomé Gómez | Mori, Geraldo De

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